Rezensionen

Ein Lehrstück für alle, die die Augen vor der

heutigen politischen, sozialen Entwicklung auch in Europa schließen.

Dieses Buch zeigt in seiner Tragweite, dass letztlich jedes einzelne Individuum Verlierer von ideologischen Systemen ist. Die Autorin zeigt uns durch ihre Biografie, dass es sich lohnt eigene Werte und Überzeugungen zu leben auch wenn es viele persönliche und schmerzliche Erlebnisse bereithält. Durch ihre authentischen Schilderungen kann man sich quasi wie ein Alterego in ihre Personen hineinversetzen und somit emotional berührt ihre Gefühlslagen durchleben. Ermutigend ist, dass der persönliche Humor in der Lage ist, viele Nackenschläge wegzustecken und als Motivation jeden stärkt, sein Leben nach eigenen Werten und Zielen zu meistern. Dieses Buch hilft diese dunkle deutsch-deutsche Geschichte nicht zu vergessen. Cornelia Zoels wirkt als Zeitzeugin durch ihre berührenden und witzigen Geschichten daran mit.

Das Leben in der DDR: es war voll von Stolperfallen - zumindest dann, wenn man sich dem Regime widersetzte und den Mut zu einer eigenen Meinung und zu eigenen, nicht fremdbestimmten Lebensplänen hatte. So wie die Autorin. Nein, sie wollte sich nicht beugen, hatte Pläne. Doch leider, so erfährt man in ihrer Geschichte, wurden diese jäh zerstört, als ihre Eltern planten, die DDR zu verlassen. Sie ließen nicht nur ihr Kind zurück. Sie zerstörten dessen Zukunft, denn: nach den Wünschen und Träumen eines Zöglings von Republik-Feinden fragte keiner. Berufswünsche mussten dem Überlebenskampf geopfert werden, Schikanen waren an der Tagesordnung. Doch Cornelia Zoels biss sich durch und dokumentiert in ihrem Buch die langen Jahre ihres Leidens, die Spuren hinterlassen haben. Geschichten wie ihre sollten viel öfter erzählt werden, damit niemand die Begebenheiten in einem Land vergisst, in dem man offenbar nur angesehen war, wenn man mit dem Strom schwamm.

Besonders gerührt hat mich das letzte Kapitel, in dem die Autorin das Leben mit einer Zugreise vergleicht. Und recht hat sie! Das Leben ist eine Reise. Ich wünsche ihr von Herzen, dass sie nun die richtigen Mitreisenden gefunden hat und wünsche ihr eine glückliche, freie Zukunft.

Mir waren die Lebensumstände in der DDR bis 1989 und in der unmittelbaren Zeit nach dem Mauerfall kein wirklicher Begriff. Der Autorin gelingt es, die Gegebenheiten so darzustellen, dass ich sie als Westdeutsche (damals wie heute) miterleben, aber wichtiger noch mitfühlen kann! Ihr lockerer, zuweilen origineller Schreibstil lässt die Dinge dennoch nicht überdramatisch erscheinen, so dass genügend Raum für Humor bleibt und das Lesen zu einem Vergnügen wird.
Eine Lektüre, die sich für alle, die das Leben bis vor 26 in der DDR nicht kannten, sehr empfiehlt oder für solche, die sich vielleicht noch einmal daran erinnern möchten.

Es hat mir großen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, wie die Autorin mit der Stasi Katz und Maus gespielt hat, dass sie sich nichts gefallen ließ, und immer sich und ihrer Linie treu geblieben ist. Mit ihrem Selbstbewusstsein ist sie mir ein Vorbild, und ich selbst habe mich in der ein oder anderen Geschichte wieder gefunden. Ihre Geschichten sind zu dem aber auch sehr spannend und herrlich erfrischend geschrieben. Ich habe mich köstlich amüsiert. Dieses Buch könnte ich ohne weiteres noch ein zweites, drittes oder... Mal lesen ;-) Ich hoffe sehr, das noch weitere Bücher dieser Autorin folgen werden und gebe mit einem zufriedenen Lächeln 5 Sterne!

Ich durfte letzten Sommer eine großartige und auch witzige Frau kennenlernen – die Autorin. Es war Sympathie auf den ersten Blick, es gibt ja so Momente! :-) Zunächst erlebte ich „ihre“ Geschichte ein wenig in persönlichen Gesprächen. Zuletzt hatte ich aber noch das Glück an einer Lesung von ihr teilzunehmen. Ich selbst kenne die „Historie“ als Kind des Westens nur aus dem Geschichtsunterricht, aber erst mit diesem Buch konnte ich die erschwerten „Umstände in allen Belangen“ wirklich richtig begreifen. Ich finde es ist auch für die Schulen eine Buchempfehlung!

Dieses Buch hat mich häufig dazu gebracht, es kurz an die Seite zu legen und nachzudenken. Ich geriet oft ins Träumen von der Vergangenheit, auch wenn ich gebürtig Wessi bin, so habe ich viel Verwandtschaft in der DDR gehabt und musste über die Kommentare meiner Eltern und die wenigen Besuche bei den Verwandten im Osten nachdenken. Mir ist es manchmal immer noch unwirklich, wenn ich an Helmstedt vorbeifahre und nicht kontrolliert werde...
Die Autorin versteht es, den gelebten Alltag ihrer Geschichte mit der positiven Sicht der Berliner Mentalität zu schildern, der oft ernste Hintergrund aller Erlebnisse dieses autobiografischen Buches nimmt man erst in zweiter Instanz war. Ein Lebensgeschichte, die meiner Meinung nach auch Filmreif ist.
Schön, das es Bücher gibt, die keine Romanhelden erzeugen sondern die Wirklichkeit als das Spannendste im Leben schildern, das uns passieren kann.